Wohnanlage Bellevue, Freiburg-Vauban

Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses in Passivhausbauweise mit 29 individuellen Wohneinheiten

Städtebau

Der fünfgeschossige Baukörper umschließt auf zwei Seiten den großen Innenhof mit Privatgärten und Gemeinschaftsfläche und schützt somit diese Bereiche und die angelagerten Wohnräume vor den Schallimmissionen der nahen Bahnlinie. Die ebenfalls hierdurch geschaffene Distanz zu der Nachbarbebauung im Süden und Westen ermöglicht ausnahmslos allen Wohnungen ganzjährige Besonnung und Ausblicke auf den Schönberg und die weiter entfernten Schwarzwaldgipfel.

Gebäudekonzept

Die städtebauliche Disposition setzt sich in den Fassaden und im Innern des Hauses fort: Über die eher geschlossene Nord- und Ostseite werden die einzelnen Wohneinheiten direkt über einen privaten Vorbereich von der Straße aus oder über Laubengänge erschlossen. Auf diesen Seiten liegen überwiegend Nebenräume. Nach Süden und Westen öffnet sich das Gebäude mit Wohn- und Schlafräumen zu den Gärten. Der längere Flügel entlang der Lise-Meitner-Straße gliedert sich vertikal in drei Zonen: Gartenmaisonette-Wohnungen im EG und 1. Obergeschoss, Dachmaisonette-Wohnungen im 3. und 4. Obergeschoss sowie Etagenwohnungen im 2. Obergeschoss. Allen Wohnungen sind großzügige Außen- und Freibereiche zugeordnet, als Privatgärten mit Erdterrassen, als Dachgärten und Loggien oder als Balkone und "Schrebergärten" entlang der südlichen Grundstücksgrenze. Im kürzeren Flügel entlang der Ida-Kerkovius-Straße befinden sich überwiegend Etagenwohnungen, die direkt über das Haupttreppenhaus mit Aufzug erreicht werden.

Konstruktion und Innenausbau

Eine Mischbauweise aus Kalksandsteinmauerwerk und Stahlbeton für tragende Wohnungstrennwände und Decken in Verbindung mit nichttragenden Außenwänden aus Glas und Holz mit Mineralwolldämmung ermöglicht optimalen Wärme-, Schall- und Brandschutz bei minimalen Bauteilquerschnitten und schafft Freiheiten für die individuelle Organisation der Grundrisse. So konnte im Rahmen der vordefinierten Gebäude- und Fassadenstruktur nicht nur Lage und Größe der Räume, sondern auch die Lage einzelner Fenster in den Kinder- und Schlafzimmern den jeweiligen Bedürfnissen der Mitbauherren angepasst werden. Ausbaumaterialien für Treppen, Türen und Zargen sowie Wand-, Decken- und Fußbodenoberflächen standen frei zur Wahl. Besondere Sorgfalt wurde auf die Planung und Ausführung der Fassadenabdichtung und die hierfür notwendigen Detail-ausbildungen gelegt, um den für Passivhäuser anzustrebenden Luftdichtigkeitsfaktor von < 0,6 zu erreichen.

Gebäudetechnik

Da die Wohnanlage als Passivhaus konzipiert ist, wurde eine kontrollierte mechanische Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung eingebaut. Um die Räume dennoch unterschiedlich temperieren zu können, wurden die Wohnräume mit Plattenheizkörpern und die Bäder mit einem Handtuchheizkörper ausgestattet. Die hierfür und für die Warmwasserbereitung notwendige Wärme wird aus dem nahegelegenen Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk bezogen. Die Stahlkonstruktion der Laubengänge wurde so konzipiert, dass eine Fotovoltaikanlage nachgerüstet werden kann, die dann gleichzeitig die Funktion einer Laubengangüberdachung übernimmt.